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Kennst du diese Bücher, die du einmal liest und danach über Jahre noch bestimmte Inhalte im Kopf hast? Ich habe das ehrlich gesagt nur selten. Meist vergesse ich die Inhalte oder gar die komplette Storyline wieder und wenn ich das Buch noch einmal lese, ist es so, als hätte ich es noch nie in den Händen gehalten (ich kann mir nicht mal bei Krimis merken, wer der Mörder war). 

Umso erstaunter bin ich, wenn noch Jahre nachdem ich ein Buch gelesen habe, bestimmte Inhalte in meinem Kopf umherschwirren. Wie bei dem Buch „Big magic“ von Elizabeth Gilbert.

Ich habe dieses Buch das erste Mal vor 3 Jahren als Hörbuch gehört und gerade nochmal gelesen. So vieles von den Inhalten war noch total präsent in meinem Kopf. 

Es geht darum, wie wir ein glückliches künstlerisch erschaffendes Leben führen können. Dabei ist das Buch keinesfalls nur etwas für Menschen, die sich als Künstler definieren. Alle Menschen sollten in ihrem Leben regelmäßig künstlerisch aktiv sein. Dies kann ganz unterschiedliche Formen haben: Schreiben, Malen, Kochen, Gärtnern, Musizieren, Tanzen, Düfte mischen, Schauspielern, usw. 

Natürlich kann man niemanden zwingen, Kunst zu erschaffen. Aber ich glaube fest, dass dies ein ganz elementarer Schritt ist, um wieder mehr zurück zu seinem inneren Kind und schließlich zu mehr Lebensfreude zu finden. 

„Your life is short and rare and amazing and miraculous, and you want to do really interesting things and make really interesting things while you’re still here“

Ideen finden dich

Was mich schon beim ersten Hören vor 3 Jahren am meisten bewegt hat, ist das Kapitel in dem beschrieben wird, auf welche Weise wir Menschen auf Ideen kommen. Genau genommen, kommen die Ideen nämlich zu uns.

Stell dir Ideen wie kleine unsichtbare Fabelwesen oder Lichtenergien vor, die umher fliegen auf der Suche nach der einen Person, die sie verwirklichen kann. Damit die Ideen zu uns kommen, müssen wir offen für sie sein. Wenn du den ganzen Tag beschäftigt und gestresst bist, wird keine Idee bei dir anklopfen. Manche Idee sind geduldig und warten, bis du wieder einen freien Kopf hast. Andere ziehen direkt weiter. 

Es kann sogar passieren, dass eine Idee dich wieder verlässt, wenn du angefangen hast mit ihr zu arbeiten, aber dann eine zu lange Pause eingelegt hat. So ist es bei Liz sogar vorgekommen, dass eine befreundete Autorin unwissentlich ein Buch geschrieben hat, dass sie selber fast genauso auch angefangen, dann aber pausiert hatte. Und zwar bis auf kleinste Kleinigkeiten genau. 

Ich finde dieses Konzept der lebenden Ideen, die zu uns kommen, total schön und greifbar.

Künstler müssen nicht leiden

Ein Aspekt, den Liz durch das ganze Buch hinweg immer wieder betont, ist, dass Künstler oder alle Menschen, die etwas künstlerisches erschaffen, nicht leiden müssen oder sollten.

Oft haben wir in unserem Kopf das Bild vom alkoholabhängigen und depressiven Künstler, der zwar großartiges erschafft, aber sein ganzes Leben lang leidet. So muss Kunst überhaupt nicht aussehen. Es ist eher so, dass diese depressiven Künstler Kunst erschaffen OBWOHL sie so leiden. Nicht AUFGRUND dessen. 

„In the end, creativity is a gift to the creator, not just a gift to the audience.“

Keine Angst vor Ablehnung und Misserfolg

In „Big Magic“ werden ganz viele Gedanken und Techniken geteilt, die helfen, ungezwungen Kunst zu erschaffen, ohne ein bestimmtes Ergebnis zu erwarten. 

Am Wichtigsten ist hierbei, Kunst zu erschaffen, einfach nur, weil es Spaß macht. Dies sollte immer der absolute Hauptgrund sein.

Wichtig ist aber natürlich auch, dass du dir bewusst jeden Tag Zeit schaffst, in denen du künstlerisch aktiv bist, nicht zu perfektionistisch bist und ganz wichtig dranbleibst.

„Learning how to endure your disappointment and frustration IS part of the job as a creative person. (…) Holding yourself together through all the phases of creation is where the real work lies.“

Eine absolute Leseempfehlung

Du lernst in dem Buch auch Techniken, die du anwenden kannst, wenn du total ideenlos bist, wie du im Alltag wirklich immer Zeit für Kunst findest, dich von Perfektion löst und wie du finanziell unabhängig Kunst erschaffst.

Meiner Meinung nach ist „Big Magic“ eine Pflichtlektüre für uns alle. Ich bin mir sicher, dass künstlerisches Erschaffen total wichtig für uns als Menschen ist. Liz beschreibt Kreativität als einen hyperaktiven Border Collie. Wenn er nichts sinnvolles zu tun hat, fängt er an, Dinge zu zerstören. Genauso beginnt unser Verstand, wenn er nichts zu tun hat, uns Probleme einzureden, Beziehungen zu hinterfragen und Freundschaften zu zerstören.

„If I’m not actively creating something, then I am probably actively destroying something.“

Umso wichtiger, dass wir offen sind für die vielen umherfliegenden Ideen. Nicht, weil wir damit der Welt ein großes Geschenk machen. Sondern weil die Idee, der wir uns annehmen, uns damit ein großes Geschenk macht.  

2 Comments

  1. Da sind ein paar nützliche Gedanken drin. Ich halte mich selber immer für sehr unbegabt in solchen Dingen, aber vielleicht geht es gar nicht darum, sondern mehr darum Platz zu haben im Leben um Ideen umzusetzen. Da werde ich mal mehr drüber nachdenken.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Sarah Reply

      Huhu liebe Miriam, das geht mir ähnlich, ich halte mich auch nicht für sonderlich künstlerisch begabt. Aber ich glaube, genau darum geht es auch. Kinder denken ja auch nicht „Oh, malen? Das können andere ja viel besser als ich“, sondern malen dann einfach aus Spaß. Bei mir ist es nicht malen, sondern schreiben. Wobei ich tatsächlich auch mal wieder Lust hätte, irgendwas zu malen… 😄

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