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Stell dir vor, du wärst ein Pferd. Du stehst den ganzen Tag in einer Box. Du kannst zwar nach draußen schauen, aber wirklich draußen herumlaufen darfst du nur eine Stunde pro Tag. Deine Box wird vor allem durch Kunstlicht erhellt. Du starrst die meiste Zeit des Tages auf einen Fleck an der Wand und bewegst dich so gut wie gar nicht.

Jeder, der mit Pferden zu tun oder auch nur ein bisschen Empathie hat, wird erkennen, wie schlimm so ein Szenario für ein Pferd ist. Ein Pferd sollte sich draußen aufhalten. Am Besten Tag und Nacht. Es sollte jeden Tag etwa 20 Kilometer laufen, um gesund zu bleiben. Es sollte den Waldboden unter den Hufen spüren und den Wind auf der Haut. 

Klingt logisch, oder?

Dann lass mich dich fragen: Warum erscheint es dir bei uns Menschen so normal, dass wir den ganzen Tag im Haus vor einem Computer sitzen? 

Wir haben so sehr den Bezug zur Natur verloren, dass es uns schon gar nicht mehr auffällt, wie unartgerecht wir leben. Dabei sind wir eigentlich nicht losgelöst von der Natur. Wir SIND Natur. 

Catherine, von der ich den Impuls zu diesem Blogpost bekommen habe, gibt dazu auch ein tolles Zitat von Alan Watts mit:

„Wir kommen nicht auf diese Welt; wir kommen aus ihr, wie Blätter von einem Baum.“

Wie viele Stunden verbringst du am Tag draußen in der Natur?

Wie fühlst du dich, wenn du den ganzen Tag nicht draußen warst?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir Menschen die Natur brauchen, um mental und körperlich gesund zu bleiben. In dem Buch „Der Welt nicht mehr verbunden“ von Johann Hari (das ich im übrigen extrem empfehlen kann) benennt der Autor die fehlende Verbindung zur Natur als eine der möglichen Ursachen für Depression. 

An manchen Tagen bin ich froh, dass wir unseren Hund Sturmi haben. Egal wie stressig mein Tag gerade ist und wie viele To-Do’s ich habe: Der Hund muss ja trotzdem raus. Und so bin ich gezwungen, mir zumindest dreimal am Tag eine kleine Pause zu nehmen und nach draußen zu gehen. 

Und ich merke, dass ich, wenn ich sogar mehrere Tage am Stück draußen verbringe, wie bei unserem Avdimou Abenteuer deutlich gelassener bin und mich fast wie ein anderer Mensch fühle. Die Natur erdet uns und bringt uns zu uns selber und somit auch zu unserem inneren Kind zurück. 

Deswegen möchte ich dir gerne ein paar Ideen mitgeben, wie du mehr Natur in deinen Alltag integrieren kannst:

Gehe jeden Tag eine Stunde spazieren. Gibt es ein Tierheim bei dir in der Nähe? Oft sind Hunde und Tierpfleger gleichermaßen dankbar, wenn sie regelmäßige Gassi-Geher haben. Dies hat den Vorteil, dass du auch wirklich raus MUSST – egal ob es gerade regnet.

Schaue dir den Sonnenaufgang oder -untergang an. Am Besten an einem Ort, an dem du ungestört bist und einfach nur da sitzen kannst.

Lass das Handy zu Hause. Egal, ob du beim Spazierengehen einen Podcast hören oder beim Sonnenaufgang zu entspannter Musik meditieren könntest, tu dir selbst den Gefallen und lass so oft es geht dein Handy komplett zuhause. Lenke dich so wenig wie möglich von der Natur und von dir selber ab. 

Auch in der Zeit, in der du wirklich unbedingt ein Projekt am Computer fertig machen möchtest, kannst du dir ein bisschen Natur zu dir holen und Natur-Tonaufnahmen anhören. Es gibt Studien, die besagen, dass auch dies bei uns im Gehirn schon für Entspannung sorgt. Spannend sind zum Beispiel diese Töne, bei denen die Schwedin Jonna Jinton das Geräusch von wachsendem Eis aufgenommen hat. Diese Aufnahmen sollten natürlich nie deinen wirklichen Besuch in der Natur ersetzen. 

Plane Natururlaube. Klar, All-inclusive im Hotel ist nett. Aber so richtig tief mit der Natur verbindet es dich nicht. Plane mindestens einen Urlaub im Jahr, bei dem du dich nahezu ausschließlich draußen aufhältst. Timo und ich haben damals sogar unsere Flitterwochen auf einem Campingplatz in Schweden verbracht. Morgens in der Natur aufwachen ist wie einmal den „Reset“ Knopf für deine Ausgeglichenheit zu drücken. 

Nimm an Gruppen-Aktivitäten teil. Gibt es bei dir in der Gegend Yoga am Strand, gemeinsame Wanderungen oder Jogginggruppen? Solche Dinge sind super, da sie Verbindlichkeit schaffen und du nicht immer deine Arbeit vorschiebst und dann doch nicht rausgehst.

Mache ein Picknick. Packe dir leckeres Essen ein und setze dich in einen Park oder einfach bei dir in den Garten. Draußen essen ist fast so gut wie morgens draußen aufwachen. 

Streichle einen Baum und laufe barfuß. Erfahre die Natur mit all deinen Sinne. Wie fühlt sich die Rinde eines alten Baumes an? Wie riecht das Gras auf dem Boden? Kannst du eine Biene hören? 

Ich möchte dich ermutigen, dir öfter mal vorzustellen, du wärst ein Pferd. Würdest du dann auch so viele Stunden bewegungslos drinnen verharren? Oder würdest du nicht eher mehrere Stunden am Tag draußen in der Natur verbringen? 

Sei so viel Pferd, wie du sein kannst. 

Dieser Blogpost ist inspiriert durch diesen Newsletter von Catherine. Hier kannst du dich für ihren „Sunday Soother“ Newsletter anmelden.

Hast du noch andere Ideen, wie ich und die anderen Leser mehr Natur in unseren Alltag integrieren können? Dann rein damit in die Kommentare!

5 Comments

  1. Ich bin froh um meine Tiere. Durch die Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Pferde bin ich jeden Tag mehrere Stunden im Freien. Wenn ich das nicht habe, fehlt mir richtig was. Auch liebe ich es mit meinen Tieren wandern zu gehen. Das ist jedes Mal wieder wie ein Kurzurlaub.
    An manchen Tagen hab ich zu viel in der Arbeit zu tun und schaffe nur eine Hunderunde und kurz füttern bei den Ponys und ich merke richtig wie mir an diesen Tagen was fehlt.
    Ich liebe es die Sonnenauf und -untergänge auf dem Ponypaddock zu beobachten.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Sarah Reply

      Hallo liebe Miriam, ich bin auch so froh, dass ich Sturmi habe und generell so viel Zeit hier auf Zypern draußen verbringen kann (das gute Wetter hilft da natürlich schon, dass man sich noch öfters aufrafft 😄)

  2. Ich leide eher an Frischluftvergiftung (hihi) – durch meine Pferde/Ponies/Esel/Schafe/Ziegen/Hund bin ich normalerweise locker sechs bis sieben Stunden draußen – bei jedem Wetter. Und ich liebe es!!! Aber dann mag ich auch gerne wieder ein bisschen drin sein und finde es toll, warm und trocken gemütlich vorm Rechner zu sitzen.
    Liebe Grüße,
    Uschi

    • Sarah Reply

      Frischluftvergiftung – hihi, das ist sicher die Beste Vergiftung, die es gibt 😄

  3. Liebe Sarah, jetzt muss ich mich doch mal zu Wort melden. Ja du hast natürlich Recht vor allen Dingen die Anbindung an die Natur geht in der heutigen Zeit viel zu oft verloren ich persönlich hatte das Glück zum Teil bei meiner Oma aufzuwachsen die praktisch im Wald gewohnt hatte oder zumindest mal des Waldes
    insofern waren wir praktisch täglich unterwegs mitten in der Natur und ich konnte viel daraus ziehen

    heutzutage lebe ich mitten in der Stadt schaue aber dass ich jeden Tag mindestens eine Stunde ans Licht komme, denn wie du schon auch zitiert hattest bei Johann Hari (check mal seine Website, eine Fülle an Materialien für psychische Gesundheit) ist es sehr sehr wichtig auch für die psychische Gesundheit. Befass mich ja bei LernenderZukunft.com mit hirnforschung und Psychologie, insofern kann ich mir auch erklären, warum du dich dafür entschieden hast, Zypern ist ein neues zu Hause zu nennen.

    Irgendwann sprechen wir uns, hab selbst viele Trainer und coaches in meiner community

    Alles Liebe Andreas

    PS wie würdest du „zu erwachsen“ definieren 🤔 (steht in deiner Beschreibung)?

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