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“Das hatte ich mir definitiv anders vorgestellt”, sage ich zu Timo und sitze aufrecht im Zelt. Obwohl ich die Augen weit aufgerissen habe, kann ich meine eigene Hand nicht vor Augen sehen. Abdunkeln tut unser neues Dachzelt auf jeden Fall schonmal gut. Dies ist auch nicht der Grund, dass ich so entsetzt bin. Der Grund dafür liegt vielmehr darin, dass ich plötzlich für den Bruchteil einer Sekunde alles taghell sehe bevor es wieder dunkel wird.

Ich würde die totale Finsternis gerade definitiv vorziehen. Denn: Es gewittert.

Es ist unsere allererste Nacht im Dachzelt. Wir liegen auf unserem Auto, welches auf einer Steilklippe steht und ein Gewitter kommt auf uns zu. 

Noch dazu hagelt und stümt es. Unser ganzes Auto wackelt und wir mit ihm.

Dabei hatte ich den Wetterbericht regelmäßig gecheckt. Es war abends nochmal etwas Regen angesagt, mehr aber auch nicht. Verärgert greife ich nach meinem Handy und öffne noch einmal die Wetter-App. Immer noch ist mein Handy überzeugt davon, dass es kein Gewitter in unserer Gegend gibt. 

“Wie viel Wind ist noch angesagt?”, fragt Timo mich. “So 35 km/h. Ist das viel?”. 

“Wird schon alles halten.”

Ich bin nicht ganz so optimistisch, dafür aber heilfroh, dass David innerhalb von 5 Sekunden neben uns eingeschlafen ist und das Unwetter überhaupt nicht mitbekommt.

“Sollten wir lieber ins Auto gehen? Was passiert, wenn der Blitz hier in das Zelt einschlägt?”, frage ich entsetzt. 

“Ach, das ist noch ganz weit weg”, antwortet Timo. Nur Sekunden später blitzt und donnert es nahezu zeitgleich. “Stimmt doch gar nicht!”, rufe ich entsetzt. “Naja, aber gleich wieder, jetzt war es eh schon über uns”. 

So eine Ruhe hätte ich auch gerne. Ich habe das Gefühl, noch nie so wach gewesen zu sein, wie jetzt gerade. Und dass obwohl wir den ganzen Tag unterwegs waren. 

Zum Glück zieht das Gewitter tatsächlich weiter und auch Hagel und Sturm hören nach etwa einer Stunde auf und ich schlafe endlich ein. 

Erst am nächsten Morgen kann ich mich so richtig über unser Dachzelt freuen. Die Aussicht über das Meer direkt aus dem Zeltfenster ist fantastisch und ich mag gar nicht aufstehen, so bequem ist die Matratze. Die im Übrigens sogar größer ist als die in unserem Bett zuhause.


Trotz des Unwetters in der Nacht hat alles komplett dicht gehalten, die Zeltplane ist nicht einmal feucht von innen. David hat die komplette Nacht durchgeschlafen und wacht strahlend auf. 

Auch jetzt am Morgen bin ich vor allem erstaunt darüber, wie dunkel es im Zelt ist. Gut, dass es eine Beleuchtung hat, so können wir uns entspannt im Zelt umziehen, bevor wir die Leiter nach unten krabbeln und in der Sonne, die nun wieder scheint, frühstücken. 

Später klappen wir das Dachzelt samt unseren Kopfkissen und Schlafsäcken zusammen, sodass wir in der nächsten Nacht (die komplett sternenklar wird) das Zelt nur noch wieder aufklappen müssen und sofort ins Bett fallen können. 

Insgesamt sind wir alle mit dem Dachzelt bisher extem zufrieden und schon sehr gespannt darauf, wie gut es im Sommer die Sonne abhält und wie es sich im Langzeittest bewährt. Wir sind auf jeden Fall bereit für noch viele weitere Abenteuer mit Offroad Auto und Dachzelt. 

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Warum ein Dachzelt?

Spätestens seit unserem Akamas Abenteuer wissen wir, dass es auf Zypern ziemlich schwierig sein kann, einen geeigneten Platz für ein Zelt zu finden. Meistens ist der Boden für ein normales Zelt zu steinig. 

Mit Dachzelt gibt es das Problem plötzlich überhaupt nicht mehr. Wir können unser Auto überall parken und auch leichte Unebenheiten durch Steine unter den Reifen so ausgleichen, dass das Zelt gerade steht. 

Wir erhoffen uns auch ein bisschen, dass es im Sommer etwas kühler im Dachzelt sein wird, da mehr Wind durchwehen kann. Ob dies tatsächlich so sein wird, wird sich zeigen.

Welches Dachzelt haben wir?

Wir haben ein Roof Lodge Evolution 2 – 165 Basic, das wir aus Deutschland importiert haben. Hier direkt auf Zypern kann man nur ein ganz bestimmtes anderes Dachzelt kaufen (das Feather-Lite von Front Runner) Welches uns auch sehr gut gefallen hat, aber einen entscheidenden Nachteil hat: Die Matratze ist nur 1,30 m breit. Für 3 Personen war uns das einfach zu klein. Mit unserem jetzigen Dachzelt haben wir 1,65 m Breite.

Bei der Wahl war uns auch wichtig, dass es vor allem auch auf heißes Klima ausgerichtet ist. Das bedeutet, dass wir auf große und viele Fenster wert gelegt haben, aber auch auf ein Überzelt, welches Schatten über diese Fenster wirft.

Außerdem wollten wir nicht ein komplettes Vermögen für das Dachzelt ausgeben. Das Roof Lodge ist eines der günstigeren.

Wie lange dauert der Auf- und Abbau?

Timo braucht sowohl für den Auf- als auch für den Abbau des Zeltes etwa 15-20 Minuten. Mit der Zeit wird dies vermutlich aber auch noch schneller werden. 

Dachzelt mit Kleinkind – funktioniert das?

Bislang funktioniert das bei uns sehr gut. David mag zelten generell sehr gerne und liebt es, im Dachzelt zu spielen und auch zu schlafen. Bei der Leiter braucht er von uns natürlich Hilfe, sodass er diese nicht alleine klettern kann bzw. darf. 

In den bisherigen Nächten, die wir im Dachzelt verbracht haben, waren wir alle zeitgleich im Bett, sodass David nie alleine im Zelt war. In Zukunft wollen wir die zwei Zeltausgänge mit Karabinern verschließen, sodass er, falls er vor uns alleine im Zelt schläft und doch mal aufwacht, nicht versehentlich das Zelt öffnen und alleine versuchen kann, herauszuklettern. 

Dachzelt mit Hund – wie geht das?

Wir haben auf unserer ersten Reise mit Dachzelt Sturmi bei einer Freundin gelassen. Er ist einfach nicht mehr so abenteuerlustig. Generell würde ich ihn auch nicht mit ins Dachzelt nehmen, sondern ihn, wie beim normalen Zelten auch, in seiner Hundebox schlafen lassen. Entweder draußen auf dem Boden oder bei kälterem Wetter im Auto. 

Welche Touren planen wir?

Wir wollen möglichst regelmäßig draußen übernachten und werden in diesem Jahr bestimmt viele Wochenenden hier auf Zypern einfach drauf los fahren und eine oder zwei Nächte irgendwo am Strand oder im Sommer in den Bergen verbringen.

Für den Herbst träume ich von einer längeren Tour in der Türkei. Dorthin könnten wir nämlich mit unserem Auto reisen. Wer hier Tipps hat – super gerne her damit in den Kommentaren!

3 Comments

  1. Klingt spannend. wobei ich ja sagen muss, dass ich so gar nicht der Camping Mensch bin.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Sarah Reply

      Hallo liebe Miriam,
      ich liebe Camping! 😊 Für mich gibt es fast nichts schöneres als draußen aufzuwachen. Also zumindest bei Sonne. Im Regen mag ich auch kein campen 😄

    • Ich kann euch Ost-Anatolien empfehlen. In der Gegend Agri, Vansee, Dogubeyazit und am Ararat lässt sich gut was entdecken. Außerdem ist man häufig so gut wie alleine auf den Straßen unterwegs.

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