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Ich klettere die Leiter hoch und mache es mir in meinem Schlafsack in unserem Dachzelt bequem. Zum allerersten Mal. Wir sind angekommen. Angekommen an einem traumhaft schönen Platz mit Blick über das Meer und auf Steilklippen. 

Dabei wussten wir am Morgen noch gar nicht, wo wir hinfahren wollen. Der Plan: Wir setzen uns in unser Auto und fahren einfach mal los.

Eigentlich ist das ja gar nicht so mein Ding. Ich bin ein Planungsmensch und habe meinen Tagesablauf gerne schon mehrere Tage im Voraus fest geplant. Trotzdem freue ich mich sehr auf diesen Mini-Roadtrip mit meinen Männern und vertraue, dass wir schon einen schönen Ort für die erste Nacht in unserem Dachzelt finden werden. 

Wir beginnen mit einem kleinen Offroad-Abenteuer. Ab Pervolia fahren wir immer direkt am Meer entlang bis nach Mazotos. Ein Trail, den wir hier in einem Verzeichnis für Offroad Tracks gefunden haben. 

Die Strecke ist herrlich und gleichzeitig auch aufregend. Einmal müssen wir durch einen matschigen und zur Hälfte eingebrochenen Teilabschnitt fahren. Erst auf der anderen Seite sehen wir, dass von dort aus kommend der Trail gesperrt ist. 

Es regnet und ich bin froh, dass wir heute die meiste Zeit im Auto verbringen werden. Wir fahren immer so weit am Meer wie nur möglich. Nur vor Limassol entschließen wir uns, diese große Stadt auf der Autobahn zu umfahren. 

Direkt danach fahren wir in in einen “Landzipfel”, eine Art Halbinsel, in dessen Mitte ein riesiger Salzsee ist. Ich hoffe, dass wir hier einen schönen Ort zum Campen finden, zumal David so langsam keine Lust mehr darauf hat, immer noch im Auto zu sitzen.

Doch aufgrund des Regens habe ich eigentlich auch keine große Lust aufzusteigen, zumal wir gar nicht bis zum Meer kommen. Eine britische Militärstation steht uns sozusagen im Weg. Etwas enttäuscht fahren wir den ganzen Weg zurück.

Um eine Pause zu machen, halten wir bei der nächsten Gelegenheit am Kolossi Castle an. Ja, ein echtes Schloss bzw. eher eine alte Burg. Daneben finden wir tatsächlich ein Café, das Theo’s Café, in dem sogar ein Feuer im Kamin brennt. Wir machen es uns gemütlich.

Das Café und die Betreiber sind super süß und wir genießen Saft, Kaffee und Chips. 

Anschließend laufen wir noch einmal um die Burg herum bevor es wieder beginnt leicht zu regnen. 

Weiter geht es also und wir stehen plötzlich an einem Strand mit irre schönen Steilklippen. Ich liebe Steilklippen! Wir genießen den Anblick, doch genau hier möchten wir nicht campen, denn es gibt drei Restaurants am Strand und viele Leute laufen umher. 

Wir beschließen nach einem Platz oben auf den Klippen zu suchen, von dem aus wir einen schönen Blick haben. 

Auf der Suche danach fahren wir an vier Hinweisschildern für archäologische Stätten vorbei, alle auf kleinem Raum eng nebeneinander. Wir sind fasziniert und irritiert – wir wussten überhaupt nicht, dass es hier irgendetwas in diese Richtung gibt. 

Nachdem wir ein paar Mal von der Hauptstraße einfach in Schotterpisten abgebogen sind, finden wir schließlich einen schönen Platz für unsere erste Nacht im Dachzelt. Wir haben einen traumhaften Blick auf das Meer und Steilklippen. 

Timo bereitet das Dachzelt vor und ich ziehe David dick an. Jetzt Anfang März ist es abends doch noch ziemlich kalt draußen. Plötzlich ziehen wieder dunkle Wolken auf und wir essen schnell im Stehen etwas Nudelsalat, den wir schon vorbereitet hatten, und verkriechen uns dann alle im Zelt. 

Die Nacht beginnt aufgrund des Unwetters aufregend, aber ab 21 Uhr schlafe auch ich endlich. 

Am nächsten Morgen wachen wir zu unserer gewohnten Zeit um 6 Uhr auf. Ich ziehe mir eine Jeans über die Schlafanzughose, denn noch wärmt die Sonne nicht genug. Doch nur wenig später sitzen wir im Tshirt draußen und frühstücken. 

Zwei Autos fahren an uns vorbei, alle winken freundlich und lächeln uns zu. Wildcampen scheint auf Zypern wirklich kein Problem zu sein (zumal wir überall mehr Müll einsammeln und anschließend wegschmeißen, als wir überhaupt selber verursachen).

Das Wetter ist nun absolut herrlich und wir beschließen, die ganzen archäologischen Sehenswürdigkeiten anzusehen, dessen Hinweisschilder uns am Vortag aufgefallen waren. 

Wir beginnen mit “The Sanctuary of Apollo Hylates”, wo wir um 10 Uhr morgens die einzigen Menschen sind. Eine total beeindruckende und sehr gut erhaltene Ausgrabungsstätte. David tobt umher und ich mache ein Foto nach dem anderen.

Danach besichtigen wir ein altes Stadion, das man ohne Eintritt zu zahlen, betreten kann. Timo und David laufen eine Runde dort, wo früher schon Sportwettbewerbe und Pferderennen stattfanden.

Eigentlich wollen wir direkt zur nächsten Sehenswürdigkeit, doch David wünscht sich einen echten Spielplatz, sodass wir eine Pause an einem “Leisure Park” machen, bei dem es einen großen Spielplatz gibt, den David begeistert erstürmt. 

Timo und ich wollen unbedingt direkt am Meer Mittag essen und bekommen David nach langem Bitten schließlich überredet, noch einmal für 2 Minuten in’s Auto zu steigen. Wir fahren zurück an den Strand, an dem wir schon am Vorabend standen und gehen direkt in das erste Restaurant, das Kourion Beach Restaurant. Das Essen ist einfach, aber lecker. Und der Blick ist einfach fantastisch. 

David kann nicht lange still sitzen und so stehe ich nach kurzer Zeit mit ihm auf der Terrasse des Restaurants, auf die immer wieder die Wellen peitschen. Kreischend und lachend rennen wir vor den Wellen weg und tasten uns dann langsam wieder an das Meer heran. 

Inzwischen weht ein ziemlicher Wind, sodass ich meinen dicken Pullover wieder anziehe.

Nach unserer Mittagspause besichtigen wir noch die größte archäologische Stätte, das Kourion Amphitheater, eine Basilika, historische Bäder, alte Privathäuser und und und. Das Gelände erscheint riesig und man legt zu Fuß (und es geht ganz untypisch für Zypern nur zu Fuß) schon eine gewisse Strecke zurück.

Aber: Oh wow! Was für ein Ort! So wundervoll, so beeindruckend und so tolle Aussichten! Ich bin wieder einmal fassungslos, dass ich gar nichts von diesem Ort wusste und schicke meinen Eltern eine WhatsApp Nachricht nach der anderen, dass sie sich bei ihrem nächsten Zypern-Besuch unbedingt Episkopi anschauen müssen. 

Am Nachmittag sind wir von diesem aufregenden Tag völlig kaputt und fahren deswegen nur ein kleines Stück mit dem Auto bis wir wieder einfach nach Gefühl von der Straße abbiegen und am Paramali Turtle Beach bzw. einem Strand direkt daneben landen. Hier parken wir unser Auto, klappen unser Dachzelt auf und sitzen am Abend noch kurz an unserem Campingtisch direkt am Meer.

David war auf der Fahrt zum Strand eingeschlafen und ist etwas angespannt, als ich ihn noch einmal wecke. Außerdem ist ihm das ganze jetzt doch zu kalt. So essen wir wieder nur ganz schnell etwas und verschwinden alle im Zelt, wo David sofort wieder einschläft. 

Die Nacht ist ruhig und sternenklar und im Dachzelt ist es auch einigermaßen warm. 

Den nächsten Morgen und Vormittag verbringen wir an unserem kleinen Strand, den wir die meiste Zeit komplett für uns alleine haben. Wir frühstücken gefühlt stundenlang, immer mit Blick auf das Meer. Dann spielen wir mit David auf dem Strand und laufen ein bisschen durch die Gegend.

Gegen Mittag fahren wir dann wieder zurück nach Hause, diesmal direkt über die Autobahn, sodass wir in nur 1,5 Stunden zuhause sind.

Dort merken wir erst wie müde wir sind. Die viele frische Luft und unruhige erste Nacht hat uns ganz kaputt gemacht. Außerdem bin ich super braun im Gesicht geworden – hatte nur leider die ganze Zeit meine Sonnenbrille auf, sodass ich ein bisschen aussehe, wie ein verunglückter Pandabär. 

Aber alles egal: Unser erster Campingtrip / Roadtrip in diesem Jahr war ein voller Erfolg und ich freue mich schon darauf, wieder einmal einfach drauf los zu fahren und zu schauen, wo wir landen. Hier auf Zypern mache ich mir keine Sorgen, dass es weniger als absolut fantastisch werden könnte. 

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